Su meu amigu antigu de Sardigna
(Mein alter Freund aus Sardinien)
ISWC: T-985.266.855-0
[Strophe 1]
Italiano:
La casa è muta, il caffè è ormai ghiacciato, sfoglio un album che sa di passato. Tra fogli ingialliti, un viso d’un tratto, mi riporta a scuola, a quel vecchio patto. Noi due in divisa, colletto un po’ stretto, un mondo di sogni chiuso nel petto. Lo sguardo severo di quel professore, mentre inventavamo guai ad ogni ore.
Deutsch:
Im Haus ist es totenstill, mein Kaffee ist schon lange kalt geworden. Ich blättere in einem alten Album und plötzlich riecht alles nach „damals“. Zwischen den vergilbten Seiten taucht auf einmal ein Gesicht auf, das mich mitten ins Herz trifft. Plötzlich stehe ich wieder auf dem Schulhof, wir beide mit unserem alten Bruderschafts-Schwur. Ich sehe uns in den engen Schuluniformen, das Herz bis zum Rand voll mit Träumen, die in unsere Kinderbrust kaum hineinpassten. Wir spüren den strengen Blick des Lehrers, während wir in unseren Gedanken schon längst woanders waren und nur noch Unsinn im Kopf hatten.
[Strophe 2]
Italiano:
Eravamo vicini, due anime un cuore, sui libri la sera, parlando d’amore. Finita la scuola, la corsa nel vento, sulla spiaggia di Alghero, ogni giorno un evento. Correvamo forte, in riva alla duna, finché l’orizzonte baciava la luna. Enyorança mia... Inseparabili, tra sabbia e splendore, prima che il destino portasse il dolore.
Deutsch:
Wir waren wie eins, zwei Seelen in einem einzigen Herzschlag. Abends saßen wir über den Büchern, aber wir sprachen eigentlich nur über das Leben und die Liebe. Sobald die Schule aus war, rannten wir los, dem Wind entgegen. Jeder Tag am Strand von Alghero fühlte sich an wie ein Geschenk des Himmels. Wir liefen barfuß durch den Sand, direkt an den Dünen, bis die Sonne im Meer versank und der Horizont den Mond küsste. Gott, wie sehr ich das vermisse... Wir waren unzertrennlich, zwei Jungen im Licht und Sand, bevor das Schicksal zuschlug und uns diesen grausamen Schmerz brachte.
[Refrain]
Italiano:
O mia Sardegna, terra di vento e sale, un grido a L’Alguer che fa quasi male. Il mare ci divide, il tempo ci schiaccia, ma cerco da sempre la tua stessa traccia. Ma resta il battito, cor meu, resta il ritorno, ti cerco nel buio e ti trovo nel giorno. Vegghiu amico mio, mi manchi davvero, oltre le nuvole, nel blu del tuo cielo.
Deutsch:
Oh, mein Sardinien, du Land aus wildem Wind und Salz. Dieser Schrei nach Alghero... er tut so unendlich weh. Das Meer hält uns getrennt und die Zeit lastet schwer auf mir, doch in meiner Seele suche ich noch immer nach deiner Fährte. Aber mein Herzschlag bleibt bei dir, mein Bruder, die Sehnsucht nach der Heimkehr bleibt. Ich suche dich in der tiefsten Nacht und finde dich im hellsten Licht des Tages. Ich sehe dich, „amico mio“ – mein Freund –, du fehlst mir so sehr, irgendwo dort oben, hinter den Wolken, im ewigen Blau deines Himmels.
[Strophe 3]
Italiano:
Ricordo il distacco, la casa dei nonni, le lacrime amare che rubano i sonni. Loro non ci sono, il vuoto è un tormento, polvere sul cuore, dispersa nel vento. Troppi anni passati, il fuoco è ancora vivo, ti cerco nel buio, sono un’anima in bilico. Prendo la valigia, il primo volo, non voglio restare un minuto più solo.
Deutsch:
Ich sehe den Tag des Abschieds noch genau vor mir, das Haus meiner Großeltern. Ich weiß noch, wie die bitteren Tränen mir jede Nacht den Schlaf raubten. Jetzt sind sie alle fort, und die Leere, die sie hinterlassen haben, ist eine Qual. Mein Herz ist wie mit Staub bedeckt, der langsam im Wind verweht. So viele Jahre sind vergangen, aber das Feuer in mir brennt noch immer. Ich suche dich in der Dunkelheit, meine Seele schwankt zwischen Hoffnung und Schmerz. Ich nehme meinen Koffer und den allerersten Flug. Ich will keine einzige Minute mehr ohne dich sein.
[Strophe 4]
Original (Italiano / Algherese):
Atterro ad Alghero, il cuore è un tamburo! Cammino nel sole, scavalco ogni muro! Suono alla porta... mi apre una figlia, ha i tuoi stessi occhi... che meraviglia! Poi spunti tu, l’angolo è un ponte, il passato ritorna, mi bacia la fronte. Senza parole, il tempo si è arreso, un abbraccio infinito, un respiro sospeso. Bentornada a casa, vida mia... Siamo di nuovo quei bimbi al mare, che il mondo non è mai riuscito a separare.
Übersetzung (Deutsch):
Im Flugzeug starre ich ins Leere und zittere am ganzen Körper wie ein kleines Kind. Wer weiß, ob das Schicksal uns überhaupt noch eine Chance gibt? Bist du glücklich geworden? Hast du Kinder? Bist du noch der kleine Junge von früher? Oder bin ich für dich nur noch eine verblasste Erinnerung, die du längst weggeschlossen hast?
Ich lande in Alghero, mein Herz hämmert wie eine Trommel! Ich laufe durch die warme Sonne, kein Hindernis der Welt kann mich jetzt noch aufhalten! Ich stehe vor deiner Tür und klingle... eine Tochter macht mir auf. Sie sieht mich an – und sie hat genau deine Augen. Es ist wie ein Wunder. Und dann kommst du um die Ecke, und in diesem Moment wird die Straße zu einer Brücke in unsere gemeinsame Kindheit.
Die Vergangenheit kehrt zurück und küsst mich sanft auf die Stirn. Wir brauchen keine Worte mehr, die Zeit scheint einfach kapituliert zu haben. Wir halten uns fest, eine dicke Umarmung unter Freunden, die niemals enden soll. Willkommen zu Hause, mein Leben... Wir sind wieder diese zwei Jungen am Meer, die das Schicksal zwar getrennt, aber die die Welt niemals hat brechen können.